Bio-Beifuß, geschnitten

 

aus Kroatien

 

Artemisia – so schön kann ein Name sein. Er gehört einer der ältesten und rätselhaftesten Gottheiten unseres alten und rätselhaften Kontinents. Artemis, die später zur spröden Tochter Zeus’ verkleinert wurde, war Göttin der Jäger und somit Herrin des Todes und des Lebens. Sie ist die Wächterin über das Tabu, die Unantastbarkeit des Allerheiligsten, nämlich der Würde der Existenz, die Integrität und Identität eines Wesens. Wer sie beachtet, integriert in sich (nicht umgekehrt!) den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, das Recht zu essen und weiteres Leben in sich zu schaffen, seinen eigenen nächsten Tag.

Weshalb nun erhielt der Beifuß ihren Namen? In alten Zeiten wurde dieser Pflanze, die hier überall wild wächst, Zauberkraft zugeschrieben. „Reinigend“ war eine ihrer Attribute und sie galt als Geburthelferin. Unsere moderne Wissenschaft weiß nicht so viel mit ihr anzufangen, genauer gesagt: nichts. Verdauungsfördernd, gegen starke Magen- Darmstörungen, Stein- und Blasenleiden, Leberleiden, Hämorrhoiden, Epilepsie sogar – so kennt ihn die Volksmedizin. Sieht man genauer hin, also doch immer dann, wenn der Fluß im Körper gestört ist und wenn wir unsere Übergänge nicht so recht schaffen, und sei es nur die Verdauung des fetten Gänsebratens zu Weihnachten…

Passenderweise stammt diese Charge von der kroatischen Initiative Terra Magnifica, die eine alte Tradition reaktivierend traumatisierte Kriegsveteranen, Kleinbauern und Menschen bis ins Alter von 90 Jahren als Wildpflanzensammler beschäftigt und in die Gesellschaft integriert.

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© Cami Inh. Lisa Domingo Köhler